Romane

 

TITEL: "Meine Mutter, der Indianer und ich"
AUTOR: Kerstin Groeper
PREIS (broschürt): Euro 14,50

REZENSION: Dieses Buch der vielseitigen Schriftstellerin Kerstin Gröper gehört mit zu meiner Lieblingslektüre. Die Autorin beschreibt in ihrem Jugendroman das Leben eines pubertierenden Großstadtkids, der unter der Trennung seiner Eltern leidet und eine Menge Probleme in der Schule hat. Zu allem Übel kommt noch hinzu, dass seine Mutter, eine Schriftstellerin ihrem Traum verwirklichen will und mit ihm aufs Land zieht. Felix hat aber überhaupt keinen Bock aufs Landleben und rebelliert. Nicht nur, dass ihm der „Indianertick“ seiner Mutter mächtig auf die Nerven geht, schließlich wird er noch mit einem indianischen Stiefvater konfrontiert. Die Ausländerfeindlichkeit auf dem Lande kommt noch erschwerend hinzu und zieht weitere Probleme nach sich.
In einfühlsamer Weise schildert die Autorin den Konflikt eines heranwachsenden Jugendlichen mit seinem Elternhaus und seiner Umwelt und geht auf die Schwierigkeiten bi-kultureller Beziehungen ein. Ein empfehlenswertes Buch, dass Erinnerungen an eigene Kindheitserlebnisse erweckt, und dass man nicht so schnell aus der Hand legen wird.

Webseite der Autorin

(Martin Krueger)


 


AUTOR: Kerstin Groeper
VERLAG: Traumfänger Verlag
Porträt der Schriftstellerin Kerstin Groeper:
Kerstin Gröper als Tochter des Schriftstellers Klaus Gröper in Berlin geboren, verbrachte einen Teil ihres Lebens in Kanada. In Kontakt mit nordamerikanischen Indianern entdeckte sie ihre Liebe zur indianischen Geschichte, Kultur und Sprache. Sie lernte Lakota, die Sprache der Teton-Sioux und ist aktives Mitglied einer Vereinigung, die sich der Unterstützung zum Fortbestehen der Sprache und Kultur der Teton-Sioux widmet.  Das literarische Werk der Autorin ist vielseitig. Vom Kinderbüchern wie „Blitz im Winter“ und „Pferdemädchen“  über Jugendromane wie „Meine Mutter, der Indianer und ich“  bis zum Roman für Erwachsene „Kranichfrau“ und „Die Feder folgt dem Wind“ ist alles vertreten. Aber auch Natives selbst haben die Chance im Verlag ihres Ehemannes Bruno Schmähling ihre Geschichte zu erzählen. „Winter Count“ von Dallas Chief Eagle und „Sitting Bull, sein Leben und Vermächtnis“, sind zwei von Lakotaindianern verfasste Werke, die im Traumfängerverlag publiziert wurden.


 

Antje Babendererde

Die beiden folgenden Titel beschreiben authentisch und schonungslos das heutige Leben auf der Pine Ridge Reservation, in South Dakota. Obwohl die Bücher von Antje Babendererde sich an jugendliche Leser wenden, so sind sie auch für Erwachsene ein Genuss sie zu lesen. Man merkt, dass die Autorin vor Ort recherchiert hat und sich mit der Materie auskennt. Mit viel Geschick und Einfühlungsvermögen bindet sie die alltäglichen Probleme auf dem Reservat wie Alkoholismus, Rassismus, Korruption und Wirtschaftskriminalität in die spannende Handlung ein. Insbesondere "Lakota Moon" ist ein sehr empfehlenswertes Buch, das vor kurzem auch als Hörbuch erschienen ist.


Lakota Moon von Antje Babendererde

Der Roman der bekannten Jugendbuchautorin erzählt die Geschichte von Oliver, einem fünfzehnjährigen deutschen Jungen, der mit seiner Mutter nach Amerika auswandert. Seine Mutter hat sich in einen Lakotaindianer vom Pine Ridge Reservat verliebt, den sie nun heiraten möchte. Oliver, der in einer Großstadt aufgewachsen ist, wird nun unfreiwillig mit dem Leben in einem Indianerreservat konfrontiert und erlebt einen Kulturschock. Erschwerend kommt hinzu, dass der frischverliebte Teenager nicht nur von seiner Freundin Abschied nehmen musste, sondern auch mit Problemen in der Schule und mit seinem Stiefbruder konfrontiert wird. Von Heimweh geplagt gewöhnt er sich nur schwer an das neue Leben.

Lakota Moon, Arena Verlag, Januar 2007


Wundes Land von Antje Babendererde

Wundes Land erzählt die Erlebnisse von Ellen Kirsch, Mitarbeiterin einer deutschen Indianerunterstützungsgruppe, die in die Pine Ridge Reservation fährt, um dort über ein von der Gruppe finanziertes Wohnungsbauprojekt für bedürftige Indianerfamilien einen Bericht zu schreiben. Trotz guter Absichten stößt Ellen auf Grund von Mentalitätsunterschieden und Misstrauen immer wieder auf Schwierigkeiten im Ungang mit den Indianern. Die Lakota haben genug von Europäern, die nur auf der Suche nach einer spirituellen Erfahrung sind und Indianern ihre Hilfe aufdrängen wollen.
Zufällig wird Ellen Zeugin in einem Mordfall und rettet dem schwer verletzten Keenan das Leben. Als sie Keenan, der von der Polizei gesucht wird, zur Flucht nach Kanada verhelfen soll, gerät Ellens Leben völlig außer Kontrolle.
"Wundes Land" ist eine hinreißende Liebesgeschichte und ein spannender Krimi, der von einer fremden Welt erzählt.

Wundes Land, Merlin Verlag, Juli 2005