Die Sprache der Comanche

Die Sprache der Comanche gehört neben Hopi, Ute, Paiute, Shoshone und einigen anderen Sprachen , zur Uto-Aztekischen Sprachfamilie. Comanche wird heute nur noch von 854, meist älteren Personen, des ca. 12000 Mitglieder umfassenden Stammes gesprochen.

Die Vorfahren der Comanche stammten vermutlich aus der ostkalifornischen Wüste. Vor dem Kontakt mit den europäischen Einwanderern gehörten sie zur südlichen Gruppe der östlichen Shoshone. Deshalb ist ihre Sprache eng mit dem Shoshone verwandt. Etwa um 500 n. Chr. drangen die Shoshone langsam in mehreren Emigrationsschüben über das Große Becken in die nördlichen Plains vor. Nach der Übernahme des Pferdes, so etwa um 1700 spalteten sich größere Gruppen von den Shoshone ab und zogen in die südlichen Plains. Dort verdrängten sie die bis dahin dominierenden Apachen und beanspruchten das Gebiet zwischen dem Oberlauf des Arkansas in Oklahoma und den mittleren und östlichen Prärien von Texas. Dieses Gebiet wurde auch unter dem Namen Comancheria bekannt.

Der Comanche selbst nennen sich Nemene (Menschen). Der Name Comanche stammt wahrscheinlich von ihren Feinden den Ute, die sie Komahts (Jene die gegen uns sind) nannten.
Die Comanche bestanden aus einer Reihe von Unterstämmen von denen die wichtigsten hier genannt werden sollen.

¢ Hanitaibo (das Maisvolk)
¢ Kotsoteka (die Büffelesser)
¢ Kwahadi (die Antilopenesser)
¢ Kwahihuu (das Volk des dunklen Schattens)
¢ Kwaaru Nuu (das Volk das laut spricht)
¢ Nokoni (die Umherziehenden)
¢ Pekwii Tuhka (die Fischesser)
¢ Penateka (die Honigesser)
¢ Saria Tuhka (die Hundeesser)
¢ Tanima (die Leberesser)
¢ Yamparika (die Wurzelesser)

Der überwiegende Teil dieser Namen bezieht sich auf die Nahrung, die die unterschiedlichen Gruppen favorisierten. Es war ein alter Brauch der Shoshone, eine Volksgruppe innerhalb des Stammes nach seiner Lieblingsspeise zu benennen. Dieser Brauch wurde wohl von den Comanche übernommen.

Die Comanche waren gefürchtete Krieger. Es gelang ihnen den Vormarsch der Spanier zu aufzuhalten und sie aus ihren Prariegebieten zu vertreiben. Ihre Raubzüge führten sie bis tief nach Mexiko hinein in die heutigen mexikanischen Bundesstaaten Chihuahua, Durango und Zacatecas.

Zum Schutz der deutschen Einwanderer in bereits bestehenden und noch geplanten Siedlungen schloss John O. Meusebach (1812 - 1897), eine Deutscher, im Frühjahr 1847 mit den Comanchen unter ihrem Häuptling Santa Ana einen Friedensvertrag, der niemals gebrochen wurde und dessen Jahrestag noch heute von den Nachkommen beider Parteien - von deutschstämmigen Siedlern und Comanchen - gemeinsam im Rahmen eines Volksfestes gefeiert wird.

Nach Jahrzehnte langem Widerstand gegen die weißen Einwanderer kapitulierte die letzte frei lebende Gruppe der Kwahadi- Comanche unter ihrem Häuptling Quanah Parker am 2. Juni 1875 endgültig vor der US-Armee.

Danach folgte, genau wie bei allen anderen besiegten Indianervölkern, die zwangsverordnete Assimilierung an die weiße Gesellschaft. Kinder wurden zwangsweise von ihren Eltern weggeholt und in Internate gesteckt, wo sie mit physischer und psychischer Gewalt dazu gebracht wurden, ihre "primitive" Muttersprache zu vergessen und durch Englisch zu ersetzen. Alles "indianische", egal ob Sprache, Religion oder Kultur wurde verteufelt und verboten.

Zu Beginn des zweiten Weltkrieges erkannten amerikanische Militärs den Nutzen der Eingeborenensprachen für militärische Zwecke und bildeten Indianer aus den Stämmen der Navahos, Comanche und Lakota zu so genannten Codetalkern aus. Die Codetalker waren eine Elitegruppe von jungen Männern, die ihre jeweilige Stammessprache noch fließend beherrschten. Sie benutzten ihre Sprachkenntnisse in Verbindung mit Geheimcodes, und verwirrten damit die Japaner, die bis dahin jeden Geheimcode der Amerikaner entschlüsselt hatten. Von 17 als Codetalker ausgebildeten Comanche, waren 14 auf europäischen Kriegsgebiet eingesetzt.