



Mrs. Dean und Jim Rementer haben einen Grundsprachkurs in Lenape/Englisch herausgegeben. Nun ist die Veröffentlichung eines Grundsprachkurses in Lenape/Deutsch für interessierte Menschen in deutschsprachigen Ländern geplant. Dadurch soll die Möglichkeit geboten werden, ein besseres Verständnis über die Lenape-Indianer zu erlangen.
------------------------
Autor: Jim Rementer, Director Lenape Language Project, Delaware Tribe of
Indians Bartlesville, OK
Übersetzung: Robert Götzenberger - ( lenape.deutsch@vr-web.de
)
Delaware-Homepage: www.delawaretribe.org
Abbildungen Copyright by Herb und John Kraft
Delaware (Lenape) Historie
- von Dr. Claudia Haake -
Die
Delawaren sind ein Stamm nordamerikanischer Indianer und auch unter ihrem
traditionellen Namen, Lenape, bekannt. Der englische Name, unter dem man
sie heute kennt rührt her von Thomas West, Lord de la Warr, der 1610
zum Gouverneur von Virginia ernannt wurde. Ursprünglich lebten die
Lenape in einer Region, die den südöstlichen Teil des heutigen
Staates New York umfasste, sowie auch ganz New Jersey, das östliche
Pennsylvania und den nördlichen Teil von Delaware. Zur Zeit ihrer ersten
Kontakte mit Europäern , etwa 1524, waren die Delawaren noch keine
einheitliche Gemeinschaft, kein Stamm im heutigen Sinne, sondern lebten
in verstreuten, semipermanenten und unabhängigen Siedlungen. Schätzungen
von Zeitgenossen zufolge umfasste der Stamm zu diesem Zeitpunkt zwischen
8.000 und 25.000 Mitgliedern.
Die Lenape lebten von einer Mischung aus Jagd, Fischerei und Ackerbau. Siedlungen
waren durch ein Netzwerk von Handel, Heirat und Zeremonien verbunden. Alle
Delawaren pflegten ähnliche Bräuche und sprachen eng verwandte
Dialekte: Munsee und Unami. Auch benutzten sie alle den Begriff Lenape,
"das Volk" oder "die Menschen", um sich selber zu beschreiben.
Andere Algonkinstämme bezeichneten sie als Grossvaterstamm, in Anspielung
auf ihre altehrwürdige Abstammung.
Die Delawaren waren in drei Klans unterteilt: Wolf, Truthahn und Schildkröte.Klanmitgliedschaft
und Verwandtschaftsbeziehungen wurden durch die Mutter determiniert. Da
sie entlang der Küste lebten hatten die Lenape sehr frühe Kontakte
mit Europäern; nicht allein mit Engländern und Franzosen, sondern
auch mit Holländern und Schweden. Eine der daraus resultierenden Konsequenzen
war die Auslöschung ganzer Delawarendörfer , verursacht durch
ihnen bis dahin unbekannte Krankheiten. Nachdem sich die ersten Europäer
permanent in dieser Region niedergelassen hatten, beeinflussten sie mehr
und mehr das Leben der Delawaren.
Langsam wurde der Stamm - wie viele andere auch - von seinen angestammten
Ländereien verdrängt und gen Westen gezwungen. Anfangs gab es
dabei vielerlei Missverständnisse aufgrund unterschiedlicher Auffassungen
über das Konzept von Landbesitz und - verkauf. Häufig hatten die
Delawaren angenommen dass sie den Europäern lediglich ein Landmitnutzungsrecht
zugebilligt hätten und im Austausch dafür Geschenke als Freundschaftsbeweis
erhielten.
So verloren die Lenape in rascher Folge ganze Landstriche ihres angestammten
Territoriums. Wahrscheinlich war es zu dieser Zeit, als sich Delawarenflüchtlinge
in Ohio und im Tal des Susquehanna zusammenfanden, dass der Stamm, die Nation
der Delawaren im heutigen Sinn geformt wurde.
Im September 1778 unterzeichneten die Vereinigten Staaten von Amerika ihren
ersten formellen Vertrag mit einem Indianerstamm, den Delawaren. Dieses
Dokument arrangierte eine Allianz zwischen den USA und den Lenape. Nach
der amerikanischen Revolution zerbrach der Stamm in mehrere Gruppen, eine
Entwicklung, die durch den Druck der Europäer verursacht worden war.
Einige dieser Gruppen gingen nach Kanada, andere zerstreuten sich in verschiedene
Teile der Vereinigten Staaten. Der Hauptteil des Stammes wurde wiederholt
vertrieben und zog von Ohio über Indiana und Missourie nach Kansas.
Von dort führte ihre bislang letzte Vertreibung die Lenape ins sogenannte
Indian Territory, das heutige Oklahoma, wo sie 1867 ankamen.
Heute hat der Stamm der Delawaren sein Hauptquartier in Bartlesville, Oklahoma,
und zählt ungefähr 10.500 Mitglieder. Ein weiterer Delawarenstamm
ist der Delaware Tribe of Western Oklahoma, mit Hauptquartier in Anadarko.
Diese Gruppe besteht aus den Nachfahren der sogenannten Absentee-Delawares
mit etwa 2000 Mitgliedern. Nach 200 Jahren getrennter Existenz leben die
beiden Gruppen nun weniger als 200 Meilen voneinander entfernt.
Nachfahren der Munsee-Delawaren leben heute in Wisconsin / USA unter der
Stockbridge-Munsee Band of Mohicans und in drei Gemeinden in Ontario / Kanada.
------------------------
Autor : Dr. Claudia Haake, University of York, UK
+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>