Die Sprache der Navaho (Dine)

Navaho gehört zum athapaskischen Zweig der großen Familie der Na-Denesprachen, die von Völkern von Alaska bis zum mexikanischen Grenzgebiet gesprochen werden. Zu den heute noch existierenden Na-Denesprachen gehören das Chipewyan (auch Dene genannt) in Kanada, das Hupa in Kalifornien und schließlich das Navaho, in Arizona, Utah und New Mexiko und das Apache , welches in den Staaten Arizona, New Mexico, Texas und Oklahoma gesprochen wird.
Das Navaho ist mit ca.150 000 Sprechern nicht nur die größte der Na-Denesprachfamilie, sondern auch die größte nordamerikanische Indianersprache überhaupt. Es ist sehr eng mit dem Apache verwandt, welches in seinen verschiedenen Dialekten von ca.12 000 Menschen gesprochen wird.

Copyright by Martin Krueger (Zeichnung) und Sandra S.-S. (Photos)


Vor der europäischen Besiedlung waren die Navaho, die sich selbst als Diné (Menschen) bezeichnen, ein Nomadenvolk, das überwiegend von der Jagd und dem Sammeln wilder Früchte lebte und gelegentlich Ackerbau betrieb. Nachdem sie von den Spaniern das Schaf übernahmen, wurden sie zu Viehzüchtern und übten die Jagd- und Sammelwirtschaft nur noch als zusätzliche Nahrungsquelle aus.
Die Navahos waren ein sehr kriegerisches Volk, dass genau wie die Apachen ständig die benachbarten Pueblovölker überfiel und später auch die Siedlungen der Mexikaner.
Als die Amerikaner um ca. 1846 New Mexiko besetzten, kam es natürlich zu Konflikten zwischen beiden Völkern, die nach knapp zwei Jahrzehnten mit der militärischen Niederlage der Navahos und deren Vertreibung endete. In den Jahren 1863/64 folgte eine Zwangsumsiedlung nach Ft. Summer in New Mexiko, wo die Navahos fünf Jahre lang als Kriegsgefangene interniert wurden. In dieser Zeit starben viele Angehörige des Stammes an Hunger und Krankheiten. Als man sie im Jahre 1868 aus der Kriegsgefangenschaft entließ und ihnen eine große Reservation in ihrer alten Heimat zur Verfügung stellte, zählten die Navahos gerade noch 9000 Seelen.
Seit dieser Zeit aber wuchs ihre Bevölkerungszahl bis zum Jahr 1990 auf ca. 225 000 Menschen, und der Bevölkerungszuwachs hält weiter an.
Wie alle nordamerikanischen Indianersprachen hinterließ das Navaho keine schriftlichen Aufzeichnungen. Die Überlieferungen und Legenden wurden mündlich von Generation zu Generation weitergegeben.

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Im Jahre 1849 erschien das Navaho das erste Mal in schriftlicher Form. Ein gewisser Lt.James H. Simpson publizierte in einem Militärjournal eine Liste mit Navahoworten und deren englischer Übersetzung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen christliche Missionare, des Franziskanerordens religiöse Texte, Wörter - und Grammatikbücher zu publizieren. Wie bei den Sioux entwickelte jeder Missionar seine eigene Orthographie, so dass verschiedene Varianten der Schriftsprache auftauchten.
In den 1930iger Jahren befanden John Collier, der damalige Chef desBIA (Bureau of Indian Affairs) und William Beatty der ehemalige Chef des Indianischen Bildungsinstituts, dass ein einheitliches Navaho-Alphabet nötig war. Sie beauftragten John Harrington, Robert Young, William Morgan und Peter LaFarge ein solches Alphabet zu entwickeln.
Im Jahre 1939 war ihre Arbeit beendet, und in den 40ziger Jahren des letzten Jahrhunderts erschienen die ersten zweisprachigen Schriften in Form von Kinderbüchern, einem modernen Wörterbuch und einem monatlichen Newsletter.

 

 

 

 

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