Die
Sprache der Ojibwa (Anishinabe)
Die Sprache der Ojibwa, auch Chippewa genannt,
gehört zur großen Sprachfamilie der Algonkin. Diese Sprache wird
von ungefähr 30 000 - 50 000 Menschen in den nördlichen Staaten der
USA, hauptsächlich im Gebiet der gossen Seen, und im südlichen Teil
Kanadas gesprochen. Die Ojibwa nennen sich selbst Anishinabe, was soviel wie
"die ursprünglichen Menschen" gedeutet. Ihre Sprache zerfällt
in fünf Hauptdialekte, dem Western Ojibwa, Eastern Ojibwa, Northern Ojibwa
(Oji-Cree), Southern Ojibwa (Minnesota-Ojibwa) und dem Ottawa. Die Ottawa waren
zwar immer eine separate politische Einheit, aber ihre Sprache ist im Prinzip
gleich und wird von Sprechern der anderen Dialekte ohne Probleme verstanden.
Wie der Name bereits ausdrückt, hat das Oji-Cree, also das Northern Ojibwa,
viele Elemente aus der Sprache der Cree übernommen. Es ist sozusagen eine
Mischsprache aus Cree und Ojibwa. Anders als die anderen vier Dialekte, die
das englische Alphabet mit zusätzlich entwickelten Elementen bevorzugen,
wird das Oji-Cree, genau wie das Cree in einer speziellen Silbensprache aufgeschrieben,
welche von dem Missionar James Evans im Jahre 1840 entwickelt wurde.
Ojibwa ist eine der wenigen nordamerikanischen Indianersprachen mit einer guten
Überlebenschance. Noch heute wird es in vielen Gemeinden direkt von den
Eltern an die Kinder weitergegeben. Die Kinder wachsen als mit dieser Sprache
auf und müssen sie nicht, wie bei vielen anderen Stämmen, mühsam
im Schulunterricht wieder erlernen.
In den Schulen wird, wie bereits erwähnt, ein Alphabet benutzt, welches
aus dem Englischen übernommen wurde und durch Doppelvokale und Zeichen
für den Glottal Stop (willkürlichen Kehlverschluss) erweitert wurde.
Allerdings möge man sich davor hüten, die Doppelvokale wie englische
Wörter auszusprechen. Der Doppelvokal "oo" wird also wie ein
langes "oh" ausgesprochen und nicht wie "u" im englischen
Wort "look" oder "good". Ojibwa ist neben dem Lakota eine
der am leichtesten zu lernenden nordamerikanischen Indianersprachen, einmal
von der Aussprache und auch von der Grammatik her.

+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>+<>