Wir sind keine Maskottchen
Indianer in der Werbung (no more racist indian mascots)

"Wir sind keine Maskottchen, wir sind Menschen", so lautete das Motto, verschiedener Demonstrationen, die eingeborene Amerikaner aus Protest gegen die Verwendung und Vermarktung indianischer Embleme, Stammesnamen und rassistischer Begriffe in verschiedenen Großstädten der USA veranstalteten.

Während man auf der einen Seite "den Indianer" nach seiner militärischen Niederlage gegen die Vereinigten Staaten als politischen Gegner oder Verhandlungspartner nicht mehr ernst nahm, waren amerikanische Firmen verschiedener Branchen und Sportvereine bemüht, den "armen Indianern" Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, in dem sie ihre Produkte, zur Ehre der Indianer, mit "typisch indianischen" Emblemen oder Namen schmückten.

So finden wir Obst- und Gemüsefirmen, die ihre Kartons mit gefiederten Indianerköpfen schmückten,
Bierfirmen, und eine Butterfirma die ihren Produkten indianische Namen gaben, eine Schuhfirma, die sich "Sioux" nannte

und nicht zuletzt diverse Sportvereine, wie die Washington Redskins, oder die Cleveland Indians, die sich mit von vielen Indianern als rassistisch empfundenen Namen bezeichneten.

Redskins (Rothäute) war ein Schimpfwort, mit dem sowohl weiße Siedler, als auch das Militär ihre Kontrahenten im Krieg um amerikanisches Territorium degradierten.

Obwohl sich heutzutage viele indianische Menschen untereinander scherzhaft selbst mit "Skins" (Abkürzung für Rothäute) bezeichnen, wird der Gebrauch dieses Wortes durch Nicht-Indianer strikt abgelehnt und als Beleidigung empfunden.

Auch hier in Deutschland scheint es immer mehr in Mode zu kommen, Firmen mit "echt indianischen" Namen oder mit stereotypen Indianerbildern zu versehen. So fanden wir vor kurzen den Forumseintrag einer Computerfirma auf meiner alten Webseite, die für ein neues Computerprogramm einen "möglichst exotisch klingenden" indianischen Namen suchte. Wenn man den Leuten dann versucht zu erklären, dass man "den Indianern" weder eine besondere Ehre erweist, noch einen Gefallen damit tut, wenn man sein Unternehmen oder Produkt mit einem "echten Indianernamen" bezeichnet, dann kommt meist nur Unverständnis oder Aggression als Antwort. Auf die Gefühle und Bedürfnisse deren, um die es geht, wird wie einst bei der Besiedlung Amerikas keine Rücksicht genommen.
Der Indianer hat nach Ansicht dieser Leute keinen anderen Platz in unserer Gesellschaft, als im Kinderzimmer oder als niedliches Maskottchen in der Werbung.


 

 

 

 

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